
Spielzeug - Der arme Arbeiterjunge Dickie besucht eine teure Privatschule. Dafür legt sich sein Vater mächtig ins Zeug und nimmt jeden Job auf der Baustelle an, der zu machen ist. Auch zuhause wird an allem gespart was zu sparen ist. So hat Dickie nur gebrauchte Kleidung und Spielsachen. An der Schule haben seine Mitschüler immer den neuesten Stand an elektronischem Spielzeug und ziehen Dickie damit auf.Das ändert sich, als Dickies Vater ihm einen grünen Gummiball vom Schrottplatz mitbringt. Dieser erweist sich alsbald als ein katzenähnliches außerirdisches Wesen mit besonderen Fähigkeiten. So verschafft sich Dickie bei dem strengen Lehrer und auch bei seinen Mitschülern Respekt und mehr Beliebtheit. Doch gewisse Vorteile beruhen halt auf Mogelei und nicht auf den besonderen Leistungen von Dickie. So muss Dickie lernen für seine Leistungen selber gerade zu stehen.Die humorvolle Geschichte wirkt wie ein modernes Märchen über einen Wünscheerfüller. Der Protagonist sonnt sich zunächst in den geschenkten Vorteilen. Er lernt aber recht bald, dass er selber für seine Leistungen arbeiten und gerade stehen muss. Pittoresk überzeichnete Figuren, feine Dialoge und Selbstgespräche, sowie einige gut platzierte überraschende Wendungen sorgen für Aufmerksamkeit und Interesse. Regie und Schauspieler leisten gute Arbeit.
Sehr speziell, aber auch sehr süss! - Stephen Chow ist den meisten wohl aufgrund seiner Action-Komödien Shaolin Soccer (bzw. Shaolin Kickers) & Kung Fu Hustle ein Begriff. Mit CJ7 liefert er nun eine etwas andere Komödie ab...doch halt: Komödie? Nicht ganz, denn im Grunde handelt es sich hier um ein Vater-Sohn-Drama, welches gleichzeitig oftmals sehr übertrieben dargestellt wird, um innerhalb der Tragödie ein paar Slapstick-Momente einzustreuen.Dicky ist ein im Grunde ganz normaler kleiner Junge, der auf eine Privatschule geht. Seine Mutter ist schon lange verstorben, und sein Vater versucht als Wanderarbeiter sein Geld zu verdienen. Das Wichtigste ist für ihn, seinem Sohn eine gute Ausbildung bieten zu können. Leider fehlt daneben aber das Geld für Kleidung, Spielsachen, etc. was ihm von seinem Sohn in dessen jugendlicher naivität auch immer wieder vorgeworfen wird. Allerdings kann man Dicky deswegen keine allzu grossen Vorwürfe machen, denn in der Schule wird er nicht nur von seinen Mitschülern als aussenseiter behandelt, nein, auch die meisten Lehrer lassen den Kleinen nicht näher als bis auf einen Meter an sie herankommen! Einzig Miss Yuen hat ein Herz für den in vergammelten Kleidern umherlaufenden Dicky und versucht ihm immer wieder mit ihrer herzensguten Art zu helfen. Als Dickys Vater Ti eines Tages einen grün schimmernden Gummiball auf dem Schrottplatz (= Tis Lieblingsort für Einkäufe aller Art) findet und diesen seinem Sohn schenkt, weiss er noch nicht, was er Dicky da gerade in die Finger gelegt hat. Nicht lange, und aus dem Ball wird ein niedlicher, kleiner, ausserirdischer Hund mit speziellen Fähigkeiten. Es dauert zwar eine Weile, bis Dicky sich damit abgefunden hat dass CJ7 (wie er das Tier fortan in Anlehung an den Spielzeug-Roboter-Hund CJ1 - den in der Schule alle toll finden - nennt) nicht unbedingt dafür sorgen kann, dass sich sein Leben in allen belangen zum Positiven dreht, doch danach steht einer ganz speziellen Freundschaft nicht mehr viel im Wege.Es ist durchaus nachvollziehbar, dass nicht jeder etwas mit der Darstellung dieser Geschichte anfangen kann. Gewisse Dinge werden dermassen überspitzt dargestellt, dass sie eine eher böse Ausstrahlung besitzen und bei einigen Zuschauern für mehrmaliges Kopfschütteln sorgen dürften. Ruft man sich aber die Originalfassung von Shaolin Soccer ins Gedächtnis zurück, erkennt man sofort Stephen Chows typischen Stil und kann diese Elemente besser verstehen und richtig deuten.Natürlich gibt es trotz aller tragischen Drama-Elemente immer wieder etwas zu Lachen, doch die Geschichte wird gleichzeitig immer ernster. Es geht hier um Liebe, Zusammenhalt und darum dass man sich nicht durch seinen Besitz, sondern durch seine Handlungen, selbst definiert. Diese Dinge sind (hoffentlich für alle) nicht neu, aber es darf deswegen trotzdem nie als falsch angesehen werden, darüber Filme zu machen.Die Synchronisation ist grösstenteils durchaus gut gelungen, was mich persönlich positiv überrascht hat, denn meistens gibt es ja vor allem in Sachen intonation bei asiatischen Filmen grössere Probleme. Nicht so hier, und man darf getrost auf die Synchron-Fassung zurückgreifen.Das Bild ist sehr gut und gestochen scharf, und der Sound ist gleichermassen druckvoll, wie klar. Die Extras sind zahlreich und informativ, und zwei weitere Trailer sind auch noch vorhanden. Somit ist auch der Preis für eine Neuerscheinung angemessen und der Konsument wird mit genügend Gegenwert überrascht.Fans von Stephen Chow (oder solche die es werden wollen) können hier ohne Bedenken zugreifen, auch wenn CJ7 nicht an den Witz und die Dynamik von Kung Fu Hustle herankommt (sind schliesslich auch 2 völlig verschiedene Genres). Der Fokus liegt hier zwar auf Dicky und CJ7, doch das heisst nicht, dass Stephen Chow hier nur am Rande vorkommt, da die Vaterfigur mit zu den wichtigsten Personen dieser Geschichte gehört.Wer also mal eine etwas andere Dramödie mit viel Witz und einem extrem niedlichen Tierchen (E.T. war dagegen ein regelrechtes Monster) sehen möchte, der kommt an diesem netten kleinen Film fast nicht vorbei.