
Spitzenfilm, doch die DVD könnte besser sein! - Ja leider ist diese DVD die beste (und bisher auch einzige) deutsche Veröffentlichung dieses Klassikers. Das Bild ist leider in einigen Szenen auch zu dunkel und nicht so scharf wie man es sich als Zuschauer wünscht. Trotzdem bleibt eine ansehnliche Veröffentlichung eines Klasse-Films. Das Bild ist aber zum Glück anamorph im richtigen Format 16:9. Die Mandarin Tonspur ist klar übersteuert und die UT sind nur in Englisch. Achja und die Bildergalerie (aus einem Kalender?) hätten man sich sparen können und stattdessen andere Infos hinzufügen können (oder deutsche UT, Bildqualität verbessern etc ... ). Die TV Versionen sind aber keineswegs besser als die DVD.Trotz dieser Mängel war ich sehr froh endlich diesen Klassiker des Hong Kong/Taiwan Kinos der 70 er Jahre an zuschauen. EIN HAUCH VON ZEN ist ein einmaliges Erlebnis der ganz für das Kino konzipiert worden ist. Die Länge von 170 Minuten sind nie langweilig sondern der Zuschauer wird mit einer spannenden Handlung, einer Flut an Bildern und Action konfrontiert. King Hu s Meisterwerk war u.a. Vorbild für Filme wie A Chinese Ghost Story, Tiger & Dragon und House of Flying Daggers (und vielen anderen!). Wer auf hier auf knallharte Material Arts Action hofft wird allerdings leicht enttäuscht sein, denn EIN HAUCH VON ZEN zählt zu den Wuxia Filmen. D.h. es wird dem Zuschauer hier eine Mischung aus Fantasyelementen und auch übernatürlichen Kampfkünsten geboten. Allerdings sind die technischen Möglichkeiten in den 60er/70er Jahren noch beschränkt und so wird Flug-Kung Fu in Maßen und noch nicht so übertrieben gezeigt. Vor allem die Kampfszenen im Bambus Wald haben es in sich. Hier tritt auch Sammo Hung in einer kleinen ersten Rolle auf. Jackie Chan soll auch irgendwo im Bild sein, doch ich konnte ihn nicht entdecken. Die Bilder die King Hu liefert sind ästhetisch schön und EIN HAUCH VON ZEN gilt als einer der einflussreichsten Filme für das chinesische Kino. Obwohl die Qualität der DVD noch verbesserungswürdig ist, möchte ich diesen Klassiker jeden Fan des Asien-Kinos ans Herz legen. Trotz trivialer Handlung sicher keine leichte Unterhaltung sondern einer der besten Filme des asiatischen Kinos.
Unscharfes Bild - Die DVD wartet mit dem unschärfsten Bild auf, welches ich bis dato auf DVD gesehen habe (mit der Schärfeeinstellung am Fernseher läßt sich das nicht ausgleichen) und auch die Bildformatangabe stimmt nicht. Es handelt sich wohl um ein halbanamorphes 2.35:1 Format, d. h. man muss es am Fernseher aufzoomen, um ein echtes anamorphes Bild zuerhalten. Und, Kuriosum, der Film war jüngst mit einem viel besseren Bild auf ARTE zu sehen. Warum sollte man also dieses schlechtere DVD-Bild präferieren?
Die Geburtsstunde des chinesichen Kinos! - KING HU! Was ruft dieser Name nicht für lang verschollen geglaubte Erinnerungen hervor. Ein Mann, der mit seiner Vision, die alten und überaus beliebten chinesichen Volksmärchen und Wuxia Geschichten endlich auf die große Leinwand zu bringen, die große Stunde des asiatischen Kinos einleutete und lange vor Alexander Fu Sheng, Wang Yu und Bruce Lee einen Meilenstein in diesem Genre setzte.Sozusagen hat alles mit A touch of Zen/Ein Hauch von Zen(An dieser Stelle ein besonderer Dank an die Macher des deutschen Titels) begonnen. Das erste Mal präsentierte man 1971 Kampfszenen, in denen die Kämpfer scheinbar schwerelos kämpfen und den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen schienen. Auch wenn gerade die Actionszenen nach heutigem Maßstab niemanden mehr sonderlich beeindrucken, so waren sie doch damals der absolute Reißer und das Maß der Dinge. King Hu setzte erstmals auf das Wire Fu, den Einsatz zu Drahtseilen in seinen Kampfszenen und schuf mit Ein Hauch von Zen einen zeitlosen Klassiker.Der Film beginnt sehr gemählich und baut in der fast dialoglosen Anfangsviertelstunde, die sehr große Ähnlichkeit zu dem Anfang von Spiel mir das Lied vom Tod besitzt, eine enorm fesselnde Atmossphäre auf. Wer jetzt an sich überschlangende Handlungen der späteren Shaw Brothers denkt, liegt falsch. Die gesamte erste Stunde des Films wird zum Aufbau der Handlung und der Figuren genutzt und ist bis zu 50.Minute ohne Action.Dann jedoch nimmt der Film viel Fahrt auf und liefert bis zum Ende massig Action, deren Highlight der jetzt schon legendäre Bambuswald-Kampf darstellt.Einziger Kritikpunkt, den ich an diesem Epos anzubringen habe, ist der Gesamteindruck am Ende des Films, den irgendwie fehlt dem Hauch von Zen ein eindeutiger Grundton. Während des ersten Drittels des Films ist es eine Art mysteriöse Geistergeschichte, in der Mitte überwiegt der Militär/Kriegs-Verschwörungsteil und am Ende ist es ein auf buddhistische Philosophien beschränkte Aneinanderreihung von Kampfszenen. Somit fehlt das Gleichgewicht und der durchgehende rote Faden, zu oft schwänkt die Story um.Die DVD ist dem Preis entsprechend auf den Hauptfilm reduziert, aber angesichts des Umstandes das man froh sein darf den Film überhaupt in annehmbarer Qualität vorliegen zu haben gibt es daran nichts auszusetzen.Fazit: King Hu s Epos ist mit bedenkloser Kaufempfehlung an alle Freunde asiatischer Filme und Martial Arts Fans auszusprechen. Endlich uncut gibz es 3 Stunden Spannung, Action und ein bisschen Philosophie.PS: Sammo Hung hat im Film (genauso wie Jackie Chan, den ich allerdings nicht entdeckt habe:-) einen Kurzauftritt im Endkampf, wo er als einer der beiden Handlanger des bösen Generals den Kampf gegen die Helden bestreitet. Dabei war er gerade mal 19 Jahre alt.
Langeweile pur - Anhand der bisher positiven Rezensionen und als Eastern-freudiger Filmfan, habe ich mir diese DVD bestellt. Mir war klar, dass der Film schon einige Jahre auf dem Buckel hat, also bin ich ohne Erwartung an den Film rangegangen und meine Erwartungen wurden maßlog noch unterboten.Ich habe selten so einen langweiligen Film gesehen und die 3 Stunden dienen wohl eher zur erweiterten Qual als zu mehr Spannung. Ich habe den Film nicht fertig gesehen, weil ich nicht mehr meine Zeit damit verschwenden wollte. Also Finger weg, wenn ihr auch nur die geringsten Erwartungen von diesem Film habt.
Schöne Erzählung - aber sehr lang - Die einleitende Erzählung - d.h. die von anderen erwähnte erste Stunde - ist eher belletristisch zu sehen und wenn man sie unter dem Gesichtspunkt betrachtet sehr schön. Danach geht es dann mehr in den üblichen Eastern-Stil über, wobei hier tatsächlich sehr viele Grundlagen und Vorbilder für Filme wie Hero, Haus der fliegenden Messer und Tiger und Drachen gelegt werden. Die dabei verwendete Tricktechnik ist erstaunlich überzeugen, wenn man bedenkt, zu welcher Zeit dieser Film entstanden ist und insgesamt hat dieser Film eine gewisse epische Breite.Gerade dieses Epische zieht den Film aber stellenweise auch unnötig auseinander, so dass dieser Director s Cut mit 170 Minuten schon an Arbeit grenzt und auf keinen Fall am späteren Abend begonnen werden sollte, es sei denn, man neigt zu Schlafproblemen ,-)